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Literatur :

Blaues Gold, M.Berlow+T.Clarke, Verlag Kunstmann 2004, ISBN 9 783888973758

Weltmacht Wasser: Weltreporter berichten, S. Feist, Verlag Herbig, ISBN 978-3-7766-2596-7

Wie lange reicht die Ressource Wasser ? W. Mauser, Fischer Verlag, ISBN 978-3-596-17273-3

 

Allgemeines

 

Heute lebt ca 1/3 der Weltbevölkerung unter Bedingungen, die durch mittleren bis starken Wasserstress gekennzeichnet sind. Es ist zu erwarten,dass sich dieser Anteil bis 2025 auf 2/3 ausweiten wird.

Bevölkerungswachstum bis 2025 um ca 2,6 Mrd Menschen mit zunehmenden – direkten und indirekten – Wasserbedarf.  Jährliche Bevölkerungszunahme um ca 80 Mio. Menschen. Im Jahr 2075 wird die Erdbevölkerung mit 11 Mrd. Menschen ein Plateau/Höhepunkt erreichen.

Die wasserintensive Agrarproduktion müsste um 50% zunehmen.

 

Durchschnittl. Wasserverbrauch einer Person pro Tag :

Trinkwasser 3l, Sanitärwasser 20-40l (= Minimum das ein Mensch für ein gesundes, würdiges Leben benötigt.)

Industrieproduktion 130 l

Nahrungsmittelherstellung (3000 kcal, 4/5 pflanzlich, 1/5 tierisch) : 3.600 l (100% vegetarisch 1.900 l, 50% tierisch 36.000l)

 

Verteilung des Wasserbedarfes : Landwirtschaft ca 65%, Industrie ca 25%, Haushalt 10%

 

Politisch kritische Zonen der Wasserverteilung : Aralsee, Ganges, Jordan, Nil, Euphrat-Tigris

 

Ca. 2/3 des Süsswasservorkommens sind heute in Gletschern und in der permanenten Schneedecke gebunden.

Brasilien verfügt über 20% des weltweiten Süsswasser (ohne Gletscher), ehem. Sowjetunion 10%, China 6%, Kanada 6%.

85% allen Süsswassers in Seen ist in 28 Seen verteilt (Baikalsee, Tangannyikasee, Oberer See, etc.), 25% in den Grossen Seen der USA/Kanada.

Die Gletscher des Himalaya versorgen fast 1 Mrd. Menschen mit Frischwasser durch Flüsse wie den Ganges. Kuurzfristig wird mehr wasser verfügbar sein, weil die Gletscher schmelzen. Aber im Jahr 2030 oder 2040 wird es diese Ressource nicht mehr geben. Gleichzeitig werden dann möglicherweise 2 Mrd. Menschen in dieser Region leben, die von ebendiesem Wasser abhängen. 

 

Klimamodelle zeigen für Nordafrika und die MIttelmeerländer einen Rückgang der Niederschläge von vierzig Prozent in den nächsten 30 Jahren.Das Grundwasser wird im selben Zeitraum wohl um zwanzig bis dreissig Meter sinken.

 

Die Fertigung eines Autos benötigt ca 400.000 Liter Wasser

In der Computerherstellung werden grosse Mengen entionisierten Wassers benötigt.

Die Getreideproduktion in Saudi-Arabien benötigt ca 3000 l Wasser für ein Kilogramm Getreide, in Europa ca 1000l/1kg.

In Kalifornien benötigt man 15.000 l Wasser für 1kg Rindfleisch oder 1kg Baumwolle und 2500l für 1Kg Orangen.

 

Wasser-Fussabdruck des Menschen

Der sog.Wasser-Fussabdruck ist so gross wie die Fläche, die gebraucht wird, um seinen Bedarf wassergetragener Dienstleistungen des Erdsystems auf nachhaltige Weise zu befriedigen.

Eine Berechnung für die Ostseeanrainer ergab sich eine Fläche von 50.000m2 pro Bewohner :

Trink- und Brauchwasser 440m2, Nahrungsmittel 4.800m2, Abfall- und Wasserklärung 6.900 m2, Holzprodukte für Hausbau, Heizung, Papier 37.700m2. Zur Verfügung stehen aber lediglich 20.600m2 pro Einwohner. Die Nutzung der Ressource Wasser ist also nicht nachhaltig, sondern geht auf Kosten der Nutzung fossiler Energieträger.

 

Es wird auch in Zukunft auf der Erde Regionen geben, in denen Wasser im Überfluss vorhanden ist und andere, in denen Wasser noch knapper wird. Diejenigen die viel Wasser haben, leiden unter Energiemangel, und jene die viel Energie haben, werden unter Wassermangel leiden. Eine nachhaltige Weltordnung wird nicht umhin kommen, diese Defizite wechselseitig auszugleichen, anstatt nationale Autarkie auf dem Rücken der Natur zu betreiben. Die Industrienationen tun dies heute, indem sie fossile Energiequellen nutzen und damit die Atmosphäre mit CO2 anreichern; die Entwicklungsländer tun dies, indem sie zum Zweck der Nahrungsmittelproduktion ihre Wassersysteme und ihre Böden zerstören.

 

In Europa werden jährlich 11 Mrd € für Eiscreme ausgegeben, zwei Mrd € mehr als nötig wäre die gesamte Weltbevölkerung mit sauberem Wasser und einer funktionierenden Kanalisation zu versorgen.

 

Aquifere : Aquifere sind riesige Grundwasserreservoire aus denen Wasser gefördert werden kann. Ogallala-Aquifer (USA, ca 500.000km2 mit ca 4 Billionen Liter Wasser, geschätzte akt. Wasserentnahme 50 Mio Liter pro Minute, Wasserpegel fällt um ca 1m pro Jahr, ca die Hälfte des Wassers ist bereits entnommen)

 

Beispiele :

 

Mexico City : 22 Mio. Einwohner, jährlich steigt die Einwohnerzahl um ca 400.000 Menschen. 6 Mrd Liter Wasser täglich werden in Mexico CIty verbraucht. Ein Drittel der Wasserzufuhr erfolgt aus Umkreis von 300km, Pumpen auf 2300m Höhe, Absinken des Bodens um ca 50cm/Jahr. Statistisch werden in Mexico City knapp 300 l Wasser pro Einwohner verbraucht (fast doppelt soviel wie in deutschen Städten).  

 

Israel bezieht die Hälfte seines Wassers aus dem See Genezareth der vom Jordan gespeist wird. 40% des geförderten Grundwasser kommen aus den besetzten Gebieten.

 

China : In China wohnt ca ein Viertel der Menschheit, das Land verfügt aber nur über 6% der globalen Süsswasserreserven. 1972 erreichte der Gelbe Fluss zum ersten Mal seit Menschengedenken nicht mehr das Meer, 1997 blieb die Mündung an 226 Tagen trocken. Der Grundwasserspiegel in der Nordchinesischen Ebene – Chinas Kornkammer – sinkt jährlich um 1,5m. Der wachsende Bedarf inn China wird die Weltmarktpreise für Getreide in die Höhe treiben.

In Peking (16 Mio. Einw.) ist in den letzten 40 Jahren der Grundwasserspiegel um 37 Meter gefallen. Von den über 200 Flüssen und Bächen die auf offiziellen Pekinger Landkarten noch eingezeichnet sind, sind die meisten versiegt. Aus über 1000m Tiefe wird in Peking Wasser gewonnen.

IN den letzten 40 Jahren wurden ca 2 Mio Brunnen gebohrt.

 

Indien : Der Grundwasserspiegel im Bundesstaat Tamil ist in den letzten 30 Jahren um ca 30m gefallen. Es wird erwartet, dass die indische Getreideproduktion aufgrund des Wassermangels um 25% zurückgehen wird.

 

Kalifornien wendet 20% seiner Energie allein dafür auf, Wasser zu transportieren.

 

Indonesien : Ca 60% der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, in den Städten sind es weniger. Das am Meer liegende Jakarta sinkt jedes Jahr um mehrere Zentimeter ab, d.h. in den nächsten 20 Jahren um mindestens 50cm, an vereinzelten Stellen sogar bis zu 5m.

 

Sierra Leone : In der Hauptstadt Freetown mit 1,2 Mio. Einwohnern gibt es 14.000 Hausanschlüsse an die öffentliche Wasserversorgung.

 

Jemen : In der Hautstadt Sana'a wird Grundwasser aus 1000m Tiefe gewonnen, der Grundwasserspiegel sinkt um ca 10m pro Jahr. Es gibt genug Regenfälle,um ca 2 Mio. Menschen halbwegs vernünftig mit Wasser zu versorgen. Derzeit leben aber mehr als 20 Mio. Menschen im Jemen, in zwanzig Jahren werden es 40 Mio. sein, wenn die Geburtenrate nicht reduziert wird.  Wasserminister (seit 2003) von Jemen : "Und ich sehe keinen Weg diessen Trend umzukehren, angesichts der steigenden Nachfrage (3-4% Bevölkerungswachstum)..... Dann müssen die Leute eben umziehen. Zum Beispiel an die Küste, wo es immer noch etwas Wasser gibt.....Ich bin nicht sehr optimistisch. Egal, welche Massnahmen wir ergreifen, die Zeit läuft uns davon"

 

Ägypten : Die Grundwasserbestände sind gering. 55 Mrd. Kubikmeter (55 Billionen Liter) Nilwasser stehen Ägypten pro Jahr gemäss internationalen Verträgen zu. Zw. 13 und 15% davon werden als Trinkwasser verwendet sowie als Brauchwasser für die Industrie. Fast jeder Tropfen, der in Kairo (18 Mio. Einw.) aus den Wasserhähnen kommt, entstammt dem Nil. Der Durchschnittsverbrauch pro Einwohner liegt bei 370 l pro Tag (Deutschland 115 l), der Verlust im Rohrleitungssystem wird bis auf 80% geschätzt. 

 

 

Wasser : Ethisch-politische Problembereiche

 

I.                    Ist Wasser eine Handelsware oder ein fundamentales Menschenrecht

 

Die WTO, das allgemeine Zoll-und Handelsabkommnen GATT und das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) haben Wasser als Handelsgut definiert. Dies hat zur Folge, dass Regierungen verklagt werden können, wenn sie den Verkauf und Export verbieten oder ein ausländ. Unternehmen daran hindern, eine Konzession zu erwerben.

 

Nahrungsmittel sind in jeder erdenklichen Form zur Ware geworden.

CO2 ist in den letzten Jahren zur Ware geworden und wird gehandelt.

 

„Internationales Wasserexportabkommen / World Water Export Treaty (WWET)“, 2006

 

Angebotsseite : Alaska, Kanada, Norwegen, Brasilien, Russland, Österreich, Malaysa

Nachfrageseite: Naher Osten, China, Kalifornien, Mexiko, Singapur, Nordafrika   

 

II.                  Bewässerung in der Agrarproduktion

 

Weltweit werden heute 230 Mio Hektar (davon 50 Mio in China) künstlich bewässert (um 1800 ca 8 Mio Hektar).

China, USA, Indien und Pakistan verfügen über mehr als die Hälfte der weltweit bewässerten Flächen. 80% der Getreideernte in China und 50% in Indien kommen von bewässerten Flächen.Weltweit stammen 40% aller Nahrungsmittel an bewässertem Ackerland.

Ca 10% der weltweiten Getreideernte wird mit nicht regenierbaren Wasserquellen angebaut. Dieser Anteil wird bei zunehmender Getreideproduktion für die wachsende Weltbevölkerung noch zunehmen. 

Ca 40% der Landfläche ist breits von Menschen genutzt.

Blaues und Grünes Wasser

Der sichtbare, flüssige Wasserstrom, der sich durch Gewässer, Flüsse, Seen und das Grundwasser bewegt, wird als blaues Wasser bezeichnet (1/3der Niederschlagsmenge). Weniger als 10% wird entnommen, jedoch 40% von Dämmen kontrolliert (Hochwasserschutz, Stromherstellung).

Demgegenüber bezeichnet man den unsichtbaren Fluss von Wasserdampf von der Erdoberfläche in die Atmosphäre durch Verdunstung als grünes Wasser (2/3 der Niederschlagsmenge). Produktives grünes Wasser bezeichnet die Verdunstung durch die Vegetation, da dieser Wasserfluss zur Produktion von Biomasse führt.

Ca. 55% des grünes Wasserstroms wird von Menschen kontrolliert zur Nahrungsmittelherstellung.

 

Um 1 kg Trockenmasse zu bilden und 750g CO2 zu bingen benötigen Bäume zw. 250 und 400l Wasser, Mais und Hirse ca 350l und Getreide, Kartoffeln oder Sonnenblumen ca 600l Wasser. Um die gleiche Menge CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, benötigen die Kulturpflanzen doppelt so viel Wasser wie der Wald.

Um Nahrungsmittel von 1000kcal zu produzieren braucht Pflanzenöl 230l Wasser, Weizenmehl, Zuckerpflanzen, Hülsenfrüchte 500 l, Knollenfrüchte 750 l, Gemüse 2000 l und Fleisch ca 5000-10000 l Verdunstungswasser.

 

Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser ist das Wasser, das einem Produkt innewohnt. Nehmen wir 1kg Mehl, bezeichnet es das Wasser, das benutzt wurde um das Kilo Mehl zu erzeugen, nämlich ca. 1500 l (3000l in Saudi-Arabien, 1000l in Europa). Man könnte also Wasser sparen wenn das Getreide in Europa statt in Saudi-Arabien produziert würde.

Netto-Exporteure von virtuellem Wasser sind Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland (grosse Fleisch- und Getreideexporte).

Netto-Importeure sind Europa, China, Nordafrika (Fleisch- und Gemüseimporte). Russland hat eine ausgeglichene Bilanz.

 

Wie stark kann der Mensch den grünen Wasserstrom weltweit noch für die Nahrungsmittelproduktion erhöhen, ohne dass das Lebenserhaltungssystem dabei geschädigt wird ?

 

III.                Staudämme :

 

Im 20 Jh. Enstanden 800.000 kleine, 40.000 grosse (mind. 4 Stockwerke hoch) und 100 mehr als 150m hohe Staudämme.

Die grösste Zahl von Staudämmen besitzt China, gefolgt von den USA, ehemalige UdSSR, Japan und Indien.

Pro Jahr werden in China ca 600 Grossdämme erstellt, seit 50 Jahren mussten zw 10 und 40 Mio Menschen (=2% der Bevölkerung) umgesiedelt werden.Für den umstrittenen Drei-Schluchten-Staudamm n ca 1 Mio Menschen umgesiedelt werden.

In Indien wurden wegen Staudammbauten in den letzten 50 Jahren ca 20 Mio Menschen umgesiedelt.

 

IV.                Öffentliche oder private Kontrolle des Wassers (Wasserversorgung und –entsorgung)

 

Das jährliche Handelsvolumen der Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Wasser beträgt 400 Mrd US$ und liegt damit bei ca 40% des Ölsektors und übertrifft den Pharmasektor.

Ca 15% der amerikanischen Wasserversorgung ist bisher privatisiert.

 

Multinationale Konzerne

 

Vivendi Universal (Frankreich) : Nr 51 der weltweit grössten Konzerne. Wasser/Medien/Energie/Telekommunikation/Transport.

1999 abgeschlossene Konzessionen für Wasserversorgung in Tiajin,Inchon, Kalkutta, Tanger, Tetouan, Beirut, Sziget, Prag, Berlin, Nairobi, ganzer Niger und Tschad, 2002 für Shanghai.

 

Suez (Frankreich) : Nr 99 der weltweit grössten Konzerne. Umsatz 60% Energie/25%Wasserversorgung (ONDEO)/ 15% Abfallmanagement.

Vorstandschef : „Wasser ist ein effizientes Produkt das normalerweise frei zur Verfügung steht. Unsere Aufgabe besteht darin, es zu verkaufen. Aber es ist ein Produkt, das zum Leben unentbehrlich ist.“

 

Vivendi und Suez kontrollieren per Mehrheitsanteil Wassergesellschaften in 130 Ländern und versorgen weltweit 100 Mio Menschen mit Wasser, dh. 70% des weltweiten privatisierten Wassermarktes.

Von den letzten 30 Wasserkonzessionen von grossen Städten gingen 20 an Suez.

 

In der nächsten Gruppe finden sich Bouyges-SAUR, RWE-Thames (Energie/Wasser/Abfall/Telekom), Bechtel United.

 

Drei Möglichkeiten für die Privatisierung der Wasserresourcen

1: kompletter Verkauf der öffentlichen Wasser- und Klärwerke,

2: Konzessionen und Pachtverträge

3. Übernahme der Wasserversorgung gegen eine feste Verwaltungsgebühr

 

1999 bildeten Vivendi und RWE-Thames ein Konsortium um die Hälfte der Berliner Wasserbetriebe zu übernehmen (die bisher grösste Privatisierung auf dem deut. Wassersektor).

Artikel aus Publik-Forum, 9.Juli 2010:

Die Initiative "Berliner Wassertisch" (www.berliner-wassertisch.net) will in den nächsten 4 Monaten 172.000 Unterschriften sammeln und so den Weg für einen Volksentscheid frei machen. In dem soll dann über eine Offenlegung der Verträge zwischen dem Land Berlin und den Unternehmen RWE und VEOLIA entschieden werden. Bislang sind die Verträge geheim. Die Bürgerinitiative hat das Volksbegehren gemeinsam mit dem Umweltverband "Grüne Lige Berlin", dem globalisierungskritischen Netzwerk ATTAC und anderen ins Leben gerufen. Laut ATTAC ist diese Teilprivatisierung das bisher grösste Projekt europaweit, in dem ein öffentliches Unternehmen mit Privatfirmen zusammenarbeitet. Dadurch seien die Wasserpreise in Berlin exorbitant hoch." (2,16€/1000l in Berlin, 1,97€/1000l in Offenburg, 1,54€/1000l in München)), .

 

 

V.                  Nutzung in der Erdöl- und Erdgasförderung

 

z.B. 200 Mrd Liter Wasser pro Jahr in der Provinz Alberta entsprechend dem Wasserbedarf von 1,4 Mio Menschen für 1 Jahr

 

VI.                Flaschenwasser

 

Handel mit Wasser in Flaschen beträgt 20 Mrd US$ und wächst seit 10 Jahren beständig mit 20%/Jahr. Im Jahr 1970 wurden ca 1 Mrd Liter Wasser in Flaschen gefüllt, 1980 2,5 Mrd Liter, 1990 7,5 Mrd Liter und im Jahr 2000 wurden 22 Mrd Liter Wasser in Flaschen gefüllt (22 Mrd US$). Davon wurde ein Viertel ins Ausland exportiert.

 

Weltmarktführer ist Nestlé mit 68 Marken : z.B. Perrier, Vittel, San Pellegrino, Pure Life.

Auch Coca Cola (Bonaqua, Dasani) ,Pepsi (Aquafina), Procter&Gamble und Danone bieten Flaschenwasser an.

Coca-Cola hat von 1995 bis 2003 geschätzte 21 Mrd. Plastikflaschen hergestellt.

 

Definitionen

 

Mineralwasser ist ein besonders wertvolles Lebensmittel:
Wasser, das die Bezeichnung „natürliches Mineralwasser“ tragen darf, unterliegt strengsten Qualitätskontrollen. Als einziges deutsches Lebensmittel bedarf es einer amtlichen Anerkennung. Dafür wird es in mehr als 200 Untersuchungen geprüft. Mineralwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und wird direkt an der Quelle abgefüllt, um seine ursprüngliche Reinheit zu bewahren. Natürliches Mineralwasser enthält von Natur aus ernährungsphysiologisch wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente: Während das Regenwasser in den Untergrund sickert, wird es durch Kies-, Schotter und Sandschichten gefiltert und gereinigt. Dieser Vorgang kann mehrere Jahrhunderte dauern, je nach Beschaffenheit des Bodens. Außerdem lösen sich dabei aus den Gesteinsschichten Mineralstoffe und Spurenelemente, die dem Mineralwasser seinen individuellen Geschmack geben.

Quellwasser muss seinen Ursprung in einem unterirdischen Wasservorkommen haben. Es darf nur direkt aus der Quelle abgefüllt werden. Die Qualität muss mindestens der des normalen Trinkwassers entsprechen.

Tafelwasser wird unter Zugabe von Mineralwasser, Salzlösungen oder anderen Zusatzstoffen industriell hergestellt. Es darf in Tankwagen abgefüllt und in der Gastronomie offen ausgeschenkt werden.

Heilwasser ist ein Arzneimittel. Es enthält Wirkstoffe, die durch ihre Kombination bei bestimmten Krankheiten heilend wirken können. Dies muss durch klinische Prüfungen nachgewiesen sein.

Leitungswasser wird aus Grund- und Oberflächenwässern (z.B. aus Seen) gewonnen. Bevor es über Wasserleitungen zum Verbraucher gelangt, durchläuft es eine Vielzahl von Aufbereitungsprozessen. Bei der Reinigung ist der Einsatz von festgelegten Mengen an gelisteten chemischen Stoffen erlaubt, um den Anforderungen der Trinkqualität gerecht zu werden.

 

VII.              Wasserexport :

 

Wassertanker beliefern schon heute Japan, Taiwan, Korea.

Die grössten Wasser-Supertanker können bis zu 330 Mio Liter Wasser transportieren

 

Projekt. Wasser-Pipelines : Europ. Wassernetzwerk (u.a. Österreich-Spanien/Griechenland), Schottland-Südengland, Türkei (Zypern, Malta, Libyen, Israel, Griechenland, Ägypten), Libyen (Sahara Aquifer-Küstenregion)

 

Kanäle : Suez plant einen Wasserkanal von der Rhône nach Barcelona. In den USA sind projektiert : GRAND Canal: Hudson Bay – Grosse Seen – Mittlerer Westen, NAWAPA: Alaska – British Columbia – Stausee Washington State – Westliche USA.

Süd-Nord-Wasser Projekt Nanshui Beidiao (60 Mrd USD) : 1000km langes Kanal-Staudamm-Projekt um Wasser vom Jangtse nach Nordchina umzuleiten.

 

Schwimmende Wasserschläuche von Schleppschiffe gezogen : 20 Mio Liter/160m lang (Türkei-Zypern)

 

Zurzeit ist die energieintensive Entsalzung von Meerwasser erheblich teurer als der Transport von Wasser in unterversorgte Regionen.

 

Alaska ist der erste US-Staat der den Wasserexport zugelassen hat. Die Stadt Sitka könnte 4 Mio Liter/Tag exportieren,  Eklutna bis zu 100 Mio Liter/Tag.

Die Stadt Sitka hat einen 30Jahresvertrag über 70 Mrd Liter Gletscherwasser pro Jahr zum Export als Flaschenwasser nach China abgeschlossen.

 

 

Ausgewählte Regionen :

 

Grosse Seen (USA, Kanada) :Aktuelle Wasserspiegel zwischen 50 und 100cm unter langjährigem Mittel

 

Tschad-See (Sudan, Tschad, Nigeria, Kamerun) : Rückgang um 90% in den letzten 40 Jahren.

 

Aralsee : Volumen um 80% zurückgegangen, zehnmal höherere Salzkonzentration

 

 

Netzwerke internationaler Wasserorganisationen

 

International Conference on Water and Environment ICW),

UN Conference on Environment and Development UNCED,

Global Water Partnership GWP (industrienah),

World Water Council WWC (industrienah),

World Commission on Water for 21st Century WCW (industrienah).

 

Natural Resources Defense Council / NRDC